img1
img2
img3

OU - Offener Unterricht

Anlässlich der 3. Tagung des Netzwerkes heterogen lernen hielt Falko Peschel ein Referat zum Offenen Unterricht.

Angaben zu Falko Peschel (Quelle: wikipedia)

  • Falko Peschel (* 20. Januar 1965) ist ein deutscher Lehrer und Pädagoge. Er definierte den Offenen Unterricht und wurde bekannt durch seine radikalen Unterrichtsversuche.
  • Peschel gründete im Alter von 18 Jahren die Firma FAE, deren geschäftsführender Gesellschafter er bis 1994 war. Danach machte er sein Diplom als „Audio Engineer“ der „School of Audio Engineering“.
  • Von 1987–1994 absolvierte er die Lehrerausbildung für die Primarstufe an der Universität in Köln.
  • Ab 1995 war er als Lehrer im Rhein-Sieg-Kreis tätig.
  • Von 1999–2003 war er zusätzlich wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Siegen bei Hans Brügelmann, 2003 promovierte Peschel zum Dr. phil.

Die Dissertation wurde mit dem Preis der Universität für hervorragende wissenschaftliche Leistung ausgezeichnet. Von 2003–2005 arbeitete er als Konrektor der Grundschule Harmonie in Eitorf bei Köln, die einen engen Bezug zur Freinet-Pädagogik aufweist. Peschel ist heute Schulleiter der Bildungsschule Harzberg, einer freien Grundschule. Die Schule nahm im Schuljahr 2009/2010 den Betrieb auf. (>>Bildungsschule Harzberg)

Falko Peschel führte vier Jahre eine Klasse durch die Grundschulzeit, ohne zu „unterrichten“, d.h. die herkömmliche Tätigkeit des Belehrens für alle wurde ersetzt durch die eigenständige und interessengeleitete Aktivität jedes einzelnen Schülers.

Der Lehrer wird so zum Begleiter, indem er unterstützt und Anregungen gibt. In seinem Unterricht und seinen Büchern zeigt Peschel die höhere Effizienz offenen Unterrichts auf:

  • der erreichte Leistungsstand war hoch (mehr Übergänge zum Gymnasium als der Grundschuldurchschnitt)
  • problematische Kinder konnten, statt an die Sonderschule ausgesondert, wieder integriert werden (Zeitraum: 4 Jahre)
  • die Lernatmosphäre war sehr anregend, die Kinder stellten sich ihre Lernvorhaben gegenseitig vor
  • alle Themen des Lehrplans wurden bearbeitet.

Peschel wandelt den bisher unscharf benutzten Begriff 'Offener Unterricht' in eine präzise Beschreibung um.

Er benennt fünf Dimensionen, die die Offenheit jedes Unterrichts in Bezug auf die Freiheiten der Schüler genau bestimmt werden können. Die Dimensionen sind auch geeignet den eigenen Unterricht in Bezug auf seine Offenheit einschätzen können und eine weitere Öffnung anzustreben.

"Offener Unterricht gestattet es dem Schüler, sich unter Freigabe von Raum und Sozialform Wissen und Können innerhalb eines 'offenen Lehrplanes' an selbst gewählten Inhalten auf methodisch individuellem Weg anzueignen. Offener Unterricht zielt im sozialen Bereich auf eine möglichst hohe Mitbestimmung bzw. Mitverantwortung des Schülers bezüglich der Infrastruktur der Klasse, der Regelfindung innerhalb der Klassengemeinschaft sowie der gemeinsamen Gestaltung der Schulzeit ab."

In einem Bestimmungsraster kann für jede Dimension der Grad der Offenheit in 6 Stufen angegeben werden

  • organisatorische Offenheit: Bestimmen die Schüler über die Rahmenbedingungen ihres Lernens z.B. den Zeitraum, den Zeitpunkt, den Ort und die Sozialform
  • methodische Offenheit: Bestimmung des Lernwegs durch den Schüler selbst
  • inhaltliche Offenheit: Bestimmung des Lernstoffes innerhalb der offenen Lehrplanvorgaben
  • soziale Offenheit: Bestimmen von Entscheidungen bezüglich der Klassenführung, des gesamten Unterrichts, der (langfristigen) Unterrichtsplanung, des konkreten Unterrichtsablaufes, gemeinsamer Vorhaben ... usw. Bestimmung des sozialen Miteinanders: Erstellen von Regeln und Regelstrukturen usw.
  • persönliche Offenheit: Beziehungen zwischen Lehrern/Kindern und zwischen den Kindern/Kindern

Er führt eine kritische Auseinandersetzung mit Formen des (bisherigen) offenen Unterrichts: Wochenplan, Stationenlernen, Freie Arbeit und anderen alternativen Unterrichtsformen und Lernwegen, die viel, aber auch wenig Offenheit bedeuten können.

>>Filmausschnitt 1: Ich lerne was ich will - Freier Unterricht in der GS (Teil 1)

>>Filmausschnitt 2: Ich lerne was ich will - Freier Unterricht in der GS (Teil 2)

>>Filmausschnitt 3: Ich lerne was ich will - Freier Unterricht in der GS (Teil 3)

>>Filmausschnitt 4: Ich lerne was ich will - Freier Unterricht in der GS (Teil 4)

>>Filmausschnitt 5: Ich lerne was ich will - Freier Unterricht in der GS (Teil 5)

 

Referate von Falko Peschel von 2008 anlässlich der EDEC in Leipzig:

Vom 25. Juli bis 03. August 2008 wurde in Leipzig die erste EUDEC veranstaltet. EUDEC steht für "European Democratic Education Conference" und ist der europäische Ableger der jährlich stattfindenden IDEC, der "International Democratic Education Conference", die seit 1993 jedes Jahr in einem anderen Teil der Welt stattfindet und immer von einer demokratischen Schule ausgerichtet wird.

>>Übersicht aller Teile des Referates